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Interview mit unserer Brauerin Rebecca

Rebecca hat im letzten Jahr ihre Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin bei uns mit Auszeichnung abgeschlossen. Seitdem arbeitet sie in unserem Sudhaus als staatlich geprüfte Brauerin. Wir haben sie zu ihrer Arbeit interviewt:

Wie erklärst du deinen Beruf und was sagen die meisten dazu?

Die meisten schauen zuerst blöd und fragen: "Ja wie? Du? Als Mädel? Brauerin? Wie funktioniert das?" Aber warum nicht. So körperlich anstrengend wie früher ist die Arbeit nicht mehr. Und wie erkläre ich den Beruf? Ich glaube, jeder hat eine grobe Vorstellung, wie das Bierbrauen funktioniert - im Endeffekt verarbeitet man in einem mehrstufigen Prozess Wasser, Malz, Hopfen und Hefe miteinander. Es werden schon ein paar Fragen gestellt. Aber die meisten kennen sich dann aus. Gerade durch das Jubiläum des Reinheitsgebotes wurde heuer auch viel im Fernsehen berichtet.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Brauerin zu werden?

Ich habe viel Spaß an der Arbeit mit Lebensmitteln. Eine Kochausbildung kam wegen der Arbeitszeiten nicht in Frage und studieren wollte ich auch erst mal nicht. Dann habe ich einen Beitrag über einen Brauer gelesen, der über seinen Beruf erzählte. Mich hat es richtig gepackt, wie begeistert er von seinem Beruf war. Dann habe ich mir gedacht, ja das wäre auch etwas für mich. Also habe ich eine Bewerbung geschrieben und unterschiedliche Praktika gemacht.

Wie bist du bei der Neumarkter Lammsbräu gelandet?

Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich hier in der Oberpfalz lande. Schließlich komme ich nicht hier aus der Gegend, sondern aus der Nähe von Eichstätt. Aber ich habe mir gedacht: "Auf zwei Bewerbungen mehr oder weniger, auf die kommt es jetzt auch nicht an." Hier war dann das erste Vorstellungsgespräch, die Brauerei hat mir sofort zugesagt.

Gibt es Unterschiede zu anderen Brauereien?

Ich habe schon mehrere Praktika in Brauereien gemacht und dabei Unterschiede festgestellt: Kleinere Brauereien arbeiten noch mehr handwerklich und größere Brauereien produzieren eher industriell. Hier bei der Neumarkter Lammsbräu ist die Abwechslung toll. Neben Bier wird auch Limonade und Mineralwasser abgefüllt - das bietet ein großes Spektrum. In der Berufsschule habe ich dann auch bemerkt, dass hier die Ausbildung sehr gut ist, man schaut darauf, dass man die Azubis wertschätzt. Außerdem ist bei uns das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit sehr von Bedeutung - das ist schon etwas Besonderes.

Wie läuft die Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin ab?

Die Berufsschule der Brauer ist in Karlstadt. Der Unterricht ist blockweise, immer mal wieder auf 2-3 Wochen im Jahr aufgeteilt. Ansonsten ist man im Betrieb und lernt den Brauprozess von Mälzerei über Sudhaus bis hin zur Abfüllung kennen. In der Berufsschule gibt es die Fachtheorie, da geht es um das Mälzen, die Vorgänge im Sudhaus sowie Gärung, Lagerung, Filtration und die Füllerei. Dann gibt es noch Fachrechnen. Da berechnet man Sachen, die etwas mit dem Beruf zu tun haben, z.B. den Weichgrad des Malzes oder die Schüttung, die man für einen Sud benötigt.

Wie sieht der Arbeitsalltag als Brauerin aus?

In der Ausbildung war ich überwiegend in der Mälzerei, im Sudhaus und in der Füllerei. Aber natürlich auch in allen anderen Abteilungen. Seitdem ich mit der Ausbildung fertig bin, bin ich dauerhaft im Sudhaus. Dort überwache ich den Brauprozess am Computer, gebe Hopfen und Hefe zum Sud, schlauche das Jungbier vom Gär in den Lagerkeller, ernte Hefe, reinige Tanks, führe allgemeine Reinigungstätigkeiten durch und nehme biologische Proben. Also eigentlich das ganze Programm. Der Plan ist, dass ich jetzt noch im Lagerkeller angelernt werde und vielleicht auch in der zentralen Produktion - dann kann man sich mit den Kollegen immer abwechseln.

Würdest du anderen raten, auch eine Ausbildung zum Brauer / zur Brauerin zu machen?

Ja, auf jeden Fall. Weil es Spaß macht. Es ist ein tolles Gefühl, mit den Produkten - es sind ja eigentlich nur vier Zutaten (Wasser, Malz, Hopfen, Hefe) - so eine Vielfalt an Bier herzustellen. Und ich finde, es ist ein ehrliches Handwerk.

Wenn du abends weggehst, was trinkst du dann?

Schon meistens ein Bier. Ich bin jetzt weniger der Weintrinker. Ich trinke auch gerne alkoholfreies Bier, besonders als Fahrer ist das eine gute Alternative zu Wasser und Limo. Seit meiner Ausbildung zur Brauerin genieße ich das Bier schon bewusster. Man achtet beim Trinken schon mehr auf den Geschmack des Bieres.

Wenn du 10 Mio. Euro gewinnen würdest, was würdest du damit anstellen?

Ich glaube, der Traum von jedem Brauer ist es, eine eigene Brauerei - eine Hausbrauerei zu besitzen.

Vielen Dank an Rebecca für das nette Gespräch.

 

 

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