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Slow Food – das Recht auf Genuss

Oft ist der Alltag hektisch, Essen Mittel zum Zweck und man nimmt sich nicht die Zeit darauf zu achten, was man gerade isst. Dabei ist bewusster Genuss beim Essen schön und wichtig. Bewusster Genuss bezogen auf den Geschmack der Lebensmittel, aber auch mit Blick auf deren Herkunft, Herstellung und Vermarktung. Die Slow Food Bewegung setzt dem etwas entgegen.

Slow Food ist eine große Bewegung.

Die internationale Slow-Food-Bewegung zählt mittlerweile über 100.000 Mitglieder in 150 Ländern. Auch in Deutschland finden sich rund 14.000 Mitglieder, die in 85 lokalen Gruppen organisiert sind. Dazu kommen die jungen Aktivisten des Slow Food Youth Network, die sich in mehr oder weniger lockeren Gruppen organisieren. Die Non-Profit-Organisation  hat es sich zum Ziel gesetzt, Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt zu bringen; Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln zu vermitteln und so den Ernährungsmarkt transparent zu machen.

Slow Food und die Neumarkter Lammsbräu

Da unsere Philosophie die Kernbotschaften von Slow Food wiederspiegelt, sind wir gerne und voller Überzeugung offizieller Unterstützer der Idee von Slow Food Deutschland e.V. Auch wir wollen Genuss schaffen und dabei Verantwortung leben. Themen wie die Förderung des ökologischen Landbaus, Wasserschutz, Förderung von Artenvielfalt (Biodiversität) und der Einsatz für eine agrogentechnikfreie Welt liegen uns besonders am Herzen.

Unsere Rohstoffe für unser Bier stammen ausschließlich aus kontrolliert ökologischem Anbau aus der Region. Ein langsamer, schonender Brauvorgang ohne künstliche Konservierung sorgt für beste Bierqualität. Ohne die vielen Bio-Landwirte, die als Vertragslandwirte uns Jahr für Jahr die ökologischen Braurohstoffe anbauen, gäbe es uns als Bio-Brauerei nicht. Die Umstellung der Brauerei auf „Bio“ wurde von Beginn an vom Engagement und der Vision der regional ansässigen Bio-Landwirte getragen und in Form der sich daraus gegründeten Erzeugergemeinschaft ökologischer Braurohstoffe (EZÖB) etabliert – die mittlerweile seit 25 Jahren besteht. Unsere Lieferanten sind Bio-Bauern mit Herzblut – und werden von uns fair bezahlt. Pro 20er Kasten Bier verdienen sie einen Euro mehr als bei konventionellen Brauereien.

Ein wichtiger Faktor in unserem Ökosystem ist auch unser Boden. Er ist Lebensraum, Nährstoff- und Wasserspeicher, bindet Kohlenstoff und liefert Lebensmittel. Um den Boden zu schützen ist es besonders wichtig ihn zu begreifen und die Bedeutung, der darin stattfindenden Prozesse zu verstehen. Mit dem, von uns unterstützen, schulischen Bildungsprojekt „Boden begreifen“ von Slow Food und dem Umweltbildungs- und Regionalentwicklungszentrum des Landkreises Neumarkt, dem Haus am Habsberg, wird das Bewusstsein für die Bedeutung von Boden bereits bei Schülern geschaffen. Dabei steht das Praktische im Vordergrund: Die Schüler lernen anhand von Feldbesuchen auf den Flächen der Lammsbräu Vertragsbauern und nicht nur aus Büchern. Es finden auch Veranstaltungen in den beteiligten Schulen im Landkreis Neumarkt statt.

Die Slow Food Bewegung hat italienische Wurzeln.

Doch wie ist die Idee entstanden? Mitte der 1980er Jahre wurde in der italienischen Region Piemont die Vorläufer-Organisation „Arcigola“ gegründet. Die Ziele der Organisation waren u.a. die Rettung der italienischen Alltagskultur sowie der Erhalt landwirtschaftlicher Kulturräume und Lebensqualität. Man wollte dem Verfall der italienischen Esskultur endgegenwirken und durch Aufklärung über guten Geschmack den Menschen auch die Bedeutung der Grundlagen für gute Lebensmittel deutlich machen und zu deren Erhalt ermuntern.

Das Grundrecht auf Genuss bringt Verantwortung mit sich.

Von Italien aus verbreitete sich die Bewegung und 1992 wurde die deutsche Slow Food Bewegung nach italienischem Vorbild ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ausgehend von der Formel „Grundrecht auf Genuss“ eine Bewegung, die nicht nur das Genießen an sich in den Vordergrund rückt, sondern erkannt hat, dass mehr dahinter steckt. Genuss hat auf Dauer nur Bestand „wenn wir Verantwortung übernehmen für den Erhalt nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe, durch unser Einkaufsverhalten, unsere Kommunikation, unser Engagement in lokalen Zusammenhängen“ (Slow Food Deutschland). Mit Aktionen wie Sinnesschulungen für Kinder und Erwachsene (in Form von Schulgärten und Kochkursen), Besuchen von Bauernhöfen und Produzenten, Märkten, Messen und dem Netzwerk Terra Madre zum Aufbau von lokalen und globalen Netzwerken verfolgt Slow Food eben diese Ziele.

Die Philosophie: Gut, sauber, fair.

Wer wirklich genussvoll essen und trinken möchte, braucht Lebensmittel, deren Geschmack durch die Qualität der Rohstoffe und die handwerkliche Herstellung und nicht durch künstliche Hilfs- und Zusatzstoffe entsteht. Wohlschmeckend, nahrhaft, frisch und gesundheitlich einwandfrei, so sollen Lebensmittel sein. Unterschiedliche Slow Food Projekte unterstützen den Erhalt handwerklicher Anbau- und Verarbeitungsmethoden sowie die biologische Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen. Ein Beispiel ist die „Arche des Geschmacks“ – ein Katalog von Nutztierrassen, Nutzpflanzen und Lebensmitteln, die vom Aussterben bedroht sind.

Sauber - Lebensmittel brauchen nicht nur Geschmack!

Ihr Herstellungs- und Vermarktungsprozess soll die Ressourcen der Erde, das Ökosystem und die Umwelt nicht belasten und keinen Schaden verursachen. Themen wie eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, artgerechte Tierhaltung sowie der Zugang zu Land und Saatgut stehen bei Slow Food im Fokus.

Fair – Richtig gut schmeckt es erst, wenn Gerechtigkeit herrscht.

Vom Acker bis zur Herstellung sollen alle beteiligten Personen fair und angemessen behandelt werden. Das gilt für Entlohnung genauso wie für die Arbeitsbedingungen. Richtiger Genuss entsteht erst dann, wenn man weiß, dass bei Anbau, Herstellung über den Handel bis hin zum Verzehr auf eine faire Behandlung geachtet wurde.

Wir sind der festen Überzeugung, dass höchster Biergenuss überhaupt nur mit bestem Brauhandwerk, der Leidenschaft für natürliche Zutaten und nachhaltiger Wirtschaftsweise konsequent möglich ist. Das Gleiche gilt für unsere Bio-Limonade oder das Bio-Mineralwasser.  Für Genießer bedeutet das: bester Geschmack, natürlicher Genuss und die Gewissheit, mit jedem Schluck einen Beitrag zu mehr ökologischem und nachhaltigem Wirtschaften zu leisten.

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