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Auf dem Feld, wo das Leben summt und brummt

Johannes Scharvogel ist mit dem Rüben-Anbau aufgewachsen. Durch die Zuckerfabrik in Ochsenfurt vor der Haustür, setzen viele Landwirte auf diese Kultur. Doch Johannes Scharvogel zählt zu den wenigen, die Zuckerrüben ökologisch anbauen. Dazu ist nicht nur ein Vielfaches an Handarbeit nötig; das Risiko ist auch größer, denn konventionelles Rübensaatgut wird mit Insektiziden behandelt. Johannes Scharvogel muss andere Wege finden, mit Tausenfüßler, Erdfloh und Co. zurecht zu kommen.

 

"Wir gehen sobald wie möglich raus"

Er beugt den Schädlingen unter anderem mit einer frühen Aussaat vor. „Wir gehen sobald wie möglich raus“, erklärt er. Die Rübensaat sei bereits vorgekeimt und benötige daher keine hohe Bodentemperatur, um aufzugehen. Und wenn der Frühling dann mit aller Macht kommt und sich das Leben im Boden regt, sind die Rübenpflänzchen bereits so stabil, dass Schädlinge ihnen weniger anhaben können.

Vorbereitet wird die Saat bereits im Herbst, wenn das Feld geebnet wird. Ein guter Bodenschluss ist sehr wichtig im Rübenanbau, er sollte möglichst flach und fest sein. Das befördert unter anderem die so genannte Kapillarwirkung: Sollte es zu wenig regnen, was nicht selten der Fall ist, kann die Saat Wasser von unten ziehen.

Ende März wird dann die pillierte Rübensaat ausgebracht. 2018 sind es bei Johannes Scharvogel acht Hektar Ackerfläche, auf denen Rüben wachsen sollen.

 

Die Rübe ist anspruchsvoll

Als anspruchsvolle Pflanze, braucht die Rübe regelmäßige Pflege. So droht sie zum Beispiel zu verkümmern, weil sie nicht so triebstark ist wie etwa Weizen. Aus diesem Grund muss das Feld manchmal gestriegelt werden, um entstandene Verkrustungen zu beseitigen. Sobald die Reihen zu erkennen sind – Rüben werden in einem Reihenabstand von 50 cm und 19 cm innerhalb der Reihe gesät – beginnt die mechanische Beikraut-Entfernung. Drei bis fünf Mal muss der Schlepper harken, mindestens zwei Hackdurchgänge mit der Hand kommen dazu. Das kostet Kraft und manchmal auch Nerven, sagt Johannes Scharvogel. Die Ernte mit dem Sechsreiher findet Ende September statt – und damit eigentlich ein wenig zu früh. Der Zuckergehalt in den Rüben könnte theoretisch noch zehn bis 20 Prozent zulegen, wenn man ihnen mehr Zeit ließe. Doch den Erntetermin legen die Abnehmer fest und Bio-Rüben werden vor allen anderen in den Fabriken verarbeitet, damit sie nicht mit Rückständen von konventionellen Rüben kontaminiert werden.

 

"Es macht richtig Spaß!"

©Johannes Scharvogel

Johannes Scharvogel ist hauptberuflich Steuerberater. Den landwirtschaftlichen Betrieb hat er dennoch mit Freuden von seinen Eltern übernommen. Zuvor hatte er sich mehr als ein Jahr lang über ökologischen Landbau informiert und – für einen Steuerberater selbstverständlich! – alles durchkalkuliert. Heute sagt Johannes Scharvogel: „Auf Bio umzustellen war die beste Entscheidung überhaupt! Es macht richtig Spaß, draußen auf dem Feld zu sein, wo das Leben noch summt und brummt. Und es ist sogar lukrativer!“

 

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